Mir war bereits als Kind, also relativ früh, klar, dass ich eines Tages in die Fußstapfen meines Vaters treten würde. Die tägliche Nähe zur Arbeit meines Vaters - das Büro befand sich nämlich im Elternhaus - prägte für mich ein Bild, das ich noch heute sehe. Der Werkstoff Holz und die damit verbundenen Berufe sind mir von Kindesbeinen an vertraut. So war es die natürlichste Sache der Welt, eine die sich fast von selbst ergab, dass sich meine Berufslaufbahn in eine einschlägige Richtung bewegte. Nicht nur das Vorbild, das der Vater - verbunden mit einem gewissen Stolz auf den Betrieb - abgab, sondern auch die Liebe zum Holz, brachten mich sozusagen auf den "Holzweg". Meine Ausbildung, die mit dem Besuch der Volksschule Ludmannsdorf begann, führte mich nach den Pflichtschuljahren nach Hallein in Salzburg, wo ich die Fachschule für Holzbau erfolgreich abschloss. In diesem Zusammenhang wird mir immer wieder von neuem bewusst, dass die Halleiner Zeit für mich ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu meiner Selbständigkeit war. Zu einer Selbständigkeit, die ich mir durch Anstrengung erwerben musste. Mit dem Eintritt in den elterlichen Betrieb begann für mich der sprichwörtliche Ernst des Lebens. Onkel Rupert, mein Lehrherr, dem ich sehr viel verdanke, war ein gestrenger Meister seines Faches, und hat mich, rückblickend gesehen, in meiner fachlichen Ausbildung entscheidend beeinflusst. Seine Einsatzbereitschaft und seine Konsequenz, die ich manchmal als Jugendlicher nicht ganz verstehen konnte - nicht selten musste meine Mutter als Trösterin in Anspruch genommen werden -, gaben mir, wenn auch hart verdient, das Rüstzeug für meine weitere Berufsausübung. Lehrjahre sind eben keine Herrenjahre, wie man weiß. Nach der Absolvierung des Präsenzdienstes und den erforderlichen Praxisjahren war für mich die Meisterschule Nimmerrichter in Wien die nächste Herausforderung. Nach den erfolgreich abgelegten Prüfungen wurde ich am 10. Mai 1979 zum jüngsten Zimmermeister Österreichs. Mein Vater hat es danach verstanden, mir Zug um Zug immer mehr Verantwortung zu übertragen, ohne mich dabei zu überfordern. So konnte ich von allem Anfang an in diesen Beruf hineinwachsen. Ich durfte aber auch, was mir besonders wichtig erschien, meine neuen Ideen in Eigenverantwortung umsetzen, weil mir mein Vater vertraute. Sein Vertrauen stärkte mein Selbstbewußtsein und meine Position im Unternehmen. Den elterlichen Betrieb, den ich heute als Geschäftsführer leite, übernahm ich am 13. März 1991. Von den erfolgreichen fünfzig Jahren trage ich mittlerweile mehr als die Hälfte mit. Mein Ziel für die Zukunft ist es, das Unternehmen in die dritte Generation zu führen, die Beschäftigungszahlen zu halten und den Erfolg des Unternehmens zu prolongieren. Großer Dank gilt meiner Familie, besonders meinen Eltern, meiner Frau und meinen Kindern sowie allen unseren qualifizierten Mitarbeitern - ohne sie wäre das bisher Erreichte nicht möglich gewesen.
Franz Gasser. |